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Die Bewertungskriterien des Bauproduktsortiments
Im Gegensatz zu vielen Ökolabels wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet. Das Bauprodukt wird von der Herstellung über die Nutzung bis zur Beseitigung untersucht. Bei der Zusammenstellung der Kriterien wurde jeder dieser Bereiche in gleicher Weise berücksichtigt.
Die Rangfolge innerhalb der Gruppe bestimmt sich nach der Bedeutung des Einzelkriteriums. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass die ökologischen Baustoffhändler die Gesundheit des Menschen und den Schutz der Natur eindeutig vor alle technischen oder finanzielle Kriterien stellen. Die Schadstoffbelastung im Endprodukt steht an erster Stelle, und der humanbiologische Aspekt mit Vorsorgecharakter hat dabei höchste Priorität.
Das Zustandekommen und die Anwendung von Grenzwerten für die Unbedenklichkeit eines Bauprodukts hat in den vergangenen Jahrzehnten zu derart vielen Skandalen geführt, dass diese mit Recht umstritten sind. Eine besondere Gefahr liegt in der Tendenz der Naturwissenschaften "das Künstliche" als "das Gesunde" festzulegen und "das Natürliche" als "das Krankmachende" auszugrenzen. Typisch für diese Gremien-Politik ist die Einstufung der Mineralwolle durch den eigens dafür geschaffenen Kanzerogenitätsindex als "frei von Krebsverdacht", alle anderen natürlichen Faserstäube aber als Krebsauslöser zu verdächtigen.
Der Schutz der Ressourcen verdient ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit. Der verantwortungsvolle Umgang mit allen Rohstoffquellen ist ein wichtiges Ziel der ÖkoPlus Bemühungen bei der Baustoffauswahl. Dies betrifft den Aspekt der nachwachsenden Rohstoffe ebenso wie die eingesetzte Energie. Die Regenerierbarkeit der Ausgangsstoffe ist untrennbar mit der Wiedereingliederung in das Ökosystem am Ende der Nutzungsphase verbunden. Die Sekundärnutzung von Altprodukten mit hohem Energieaufwand bei der Herstellung (Zeitung, Altglas) ist nur in einer Überflussgesellschaft denkbar und sinnvoll, zeichnet das dabei entstehende Produkt aber nicht besonders aus. Das Recycling eines Bauproduktes ist heute geforderter Stand der Technik (Kreislaufwirtschaftsgesetz), birgt aber viele Risiken für den Verbraucher (Schadstoffverschleppung). Diese Produkte müssen besonders sorgfältig untersucht werden.
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